06.05.2020 Mittwoch  „Wer rettet Mitbestimmung?“

Björn Helling hat ein Thema mit starkem Praxisbezug für seine Masterarbeit gewählt: Partizipation und Mitbestimmung in der DLRG-Jugend Bayern, einer (mitglieder-)starken Wasserrettungsorganisation. Erstmalig wurde ein ZdT-Projekt wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Für diejenigen von euch, die die Präsentation auf dem Landesjugendrat am 25. April verpasst haben, haben wir Björns Vorgehen und die wichtigsten Ergebnisse seiner Arbeit zusammengefasst.

Zum Thema „Sich einbringen, teilhaben und mitgestalten“ wurde eine Mitgliederbefragung in der DLRG-Jugend Bayern durchgeführt. Zunächst ging es um die Frage, wie man Mitglieder für die Gremienarbeit gewinnt und was Leute motiviert, (Vorstands-)Aufgaben zu übernehmen. Laut Björns Umfrage ist bei vielen die Bereitschaft vorhanden, sich für andere Verbandsmitglieder einzusetzen und interessante Aufgaben zu übernehmen. Als weitere Gründe für die Übernahme von Jugendvorstandsaufgaben wurden genannt: Einfluss auf die Entwicklung der DLRG-Jugend Bayern zu nehmen, mit Freunden zusammenzuarbeiten, etwas für sich selbst zu lernen oder um etwas für die Kinder- und Jugendbildung zu tun.

Ebenso wurde die Meinung zu Jugendvorständen erfragt. Die Antworten für „trifft voll zu“ und „trifft eher zu“ wurden hier jeweils zusammengefasst. 166 Personen haben diese Fragen beantwortet. Es ging bei dieser Meinungsabfrage um Wissen, Interesse und Beteiligungsformate. Knapp die Hälfte (46 %) derjenigen, die zum Zeitpunkt der Befragung keine Vorstandsarbeit machen, können sich vorstellen, künftig ein Amt zu übernehmen. 63 % der Befragten kennen die Aufgaben von Jugendvorständen. Immerhin 57 % würden sich gerne mehr beteiligen, ohne dafür im Vorstand zu sein. 55 % wünschen sich mehr Online-Beteiligungsformate.

Interessant sind sicherlich auch die Gründe, die gegen eine Jugendvorstandstätigkeit sprechen. Diese Fragen wurden von 163 Personen beantwortet. Mit 57 % steht an erster Stelle die fehlende Zeit. An zweiter Stelle steht mit 45 % die Antwort „weil mich keiner darauf angesprochen hat“. Als Beweggrund wurden ebenfalls häufig genannt, dass es zu viel Verantwortung wäre (20%) oder weil man dort niemanden kenne (19%).

Was ist nun wichtig für die Übernahme von Vorstandsaufgaben? Für Björn ganz klar: transparente Verbandsstrukturen,

  • konkrete Ansprechpartner,
  • ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl
  • die Vereinbarkeit mit anderen Verpflichtungen,
  • die Unterstützung seitens der DLRG sowie
  • Wertschätzung.

Björn Hellings Evaluation des Projekts „Alle ins Boot“ stellt er heraus, dass gerade die Ausbildung von Lotsen und Lotsinnen als verbandsinterne Berater*innen und Ansprechpartner für die Stärkung der Verbandsstrukturen und des freiwilligen Engagements relevant sei. Hier haben 298 Personen die Fragen beantwortet. Es zeigt sich, dass diejenigen, die das Projekt gut kennen (leider nur 16 %) auch mit den Mitbestimmungsmöglichkeiten im Verband vertraut sind. Der durch das Projekt etablierte WhatsApp-Newsletter war 67 % der Befragten unbekannt. Gerade dieser soll zur Transparenz im Verband beitragen. Der Masterand folgert daher, dass es den Bekanntheitsgrad des Projekts noch weiter zu erhöhen gilt. Aus der Umfrage ging hervor, dass die große Mehrheit sich mehr Öffentlichkeitsarbeit seitens des Projektteams wünscht (z.B. Social Media). Daran wird derzeit von den Projektverantwortlichen bereits intensiv gearbeitet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass

  • die persönliche Ansprache und
  • die Transparenz

eine Schlüsselrolle beim Thema „Mitbestimmung“ in der DLRG-Jugend Bayern einnehmen. Die Ergebnisse fließen in die zukünftige Gremien- und Projektarbeit ein.

Mitbestimmung kann gerettet werden – auch von erfahrenen Wasserrettungssportlern.

Wir danken allen Umfrageteilnehmern*innen für ihre Mitwirkung und Björn für sein Engagement und die Ergebnispräsentation.

Kategorie(n)
Gremienarbeit, Geschäftsstelle, Alle ins Boot

Von: Désirée Patrik

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